Ethanol und ETBE
Bioethanol wird durch Vergärung aus Biomasse (v.a. Stärke, in Entwicklung: Zellulose) gewonnen. In der Praxis findet Ethanol vor allem als 2 % Zumischung zu Benzin (E2) oder als E10 und E 85 Verwendung. Vor allem in Brasilien werden große Mengen Zuckerrohr-Ethanol in so genannten FlexFuel-Fahrzeugen ökologisch vorteilhaft eingesetzt. Durch die hohe Klopffestigkeit kann die Motorleistung beim Ethanoleinsatz im Vergleich zu herkömmlichem Benzin deutlich gesteigert werden.
Je höher der Anteil von Ethanol, desto weniger ist der Kraftstoff für den Betrieb von unmodifizierten Ottomotoren geeignet. Bei Anteilen höher als 30 % sind auf jeden Fall Änderungen am kraftstoffführenden System (beständige Kunststoffe und Metalle), an den Einspritzdüsen sowie veränderte Zündzeitpunkte nötig. Des Weiteren benötigen FlexFuel-Fahrzeuge spezielle Kaltstart-Systeme. Durch die vergleichsweise hohe Anfälligkeit für oxidativen Verderb ergeben sich auch Probleme mit Belagsbildung und Säurekorrosion.
Durch säurekatalysierte Reaktion von Isobuten und Ethanol wird Ethyl-tert-butylether (ETBE) hergestellt und als Klopfschutzmittel Ottokraftstoffen (bis zu 15 %) zugesetzt.
In Mitteleuropa aus Getreide oder Zuckerrüben produzierter Ethanol steht wegen seiner fragwürdigen Ökobilanz in der Kritik.